Zwischen Highspeed und Hügelland: Conny Hütter über Heimat, Holz und sichere Veranlagung
Sie ist eine der Schnellsten auf den Skipisten dieser Welt, hat gelernt, sich nach schweren Rückschlägen immer wieder an die Spitze zu kämpfen, und blickt nun auf ihre definitiv allerletzte Weltcup-Saison. Wir erreichen die Abfahrts-Weltcupsiegerin und Olympia-Bronzemedaillen-Gewinnerin an einem sonnigen Sommertag direkt bei ihr zu Hause auf ihrem heimatlichen Bauernhof in Kumberg. Im Interview mit Long Living Immobilien spricht die steirische Speed-Spezialistin über ihre Sehnsucht nach Erdung, ihre Leidenschaft für kreatives Wohnen und ihre ganz persönliche Investment-Philosophie.
Conny, du lebst als Skirennläuferin im Winter fast pausenlos aus dem Koffer. Wie groß ist da die Sehnsucht nach einem fixen Rückzugsort, und was bedeutet das Wort „Zuhause“ für dich?
Für mich ist das extrem wichtig. Ich habe über die Jahre gelernt, mein Sommertraining so zu steuern, dass ich zwischen den Einheiten immer wieder nach Hause kommen kann. Der Winter im Weltcup ist natürlich cool, wir sehen die ganze Welt und das reizt mich nach wie vor unglaublich. Aber das Heimkommen ist der perfekte Gegenpol. Wir haben daheim einen kleinen Bauernhof. Wenn ich dorthin zurückkehre, ist das wie ein Wechsel von 100 auf 0 in nur wenigen Stunden. Dieser Kontrast ist genau das, was mir die Kraft gibt.
So eine Rennsaison klingt ja auch nach einem echten Kraftakt. Und da geht es nicht nur um den Winter, die Saison dauert ja eigentlich viel länger …
Absolut. Die Rennsaison selbst geht von Dezember bis März. Aber für uns Speed-Spezialistinnen fängt der Winter schon im September an. Es geht nach Chile ins Trainingslager, dann nach Amerika und wieder zurück. In Südamerika haben wir einfach optimale Bedingungen, um echten Winterschnee zu haben und das neue Material perfekt abzustimmen – das kann man auf den europäischen Gletschern im Spätsommer so gar nicht mehr simulieren. Aber genau deshalb ist die Zeit im Sommer daheim so heilig.
Du bist gebürtige Steirerin. Wie verändert das ständige Reisen eigentlich den Blick auf die eigene Heimat?
(Lacht). Ich bin erst heute in der Früh wieder mit meinem Frühstück auf dem Balkon gesessen, habe in unser grünes Hügelland hinausgeschaut und mir gedacht: Eigentlich ist das hier für mich wie Urlaub! Kumberg liegt im wunderschönen oststeirischen Hügelland. Wir haben hier zwar keine riesigen Berge, aber es ist unglaublich grün und ruhig. Ich wohne etwas außerhalb, da ist wirklich nicht viel los – und genau das genieße ich. Bei den Rennen sind tausende Menschen im Ziel, es gibt Autogramme und Trubel. Das ist wunderschön und gehört zu unserem Job dazu. Aber der Kontrast daheim, diese absolute Stille, das ist es, was ich mit den Jahren immer mehr zu schätzen gelernt habe.
Das klingt nach einem absoluten Refugium und einem Wohlfühlort. Was ist dir in deinem Zuhause wichtig? Auf welche Details und Materialien legst du besonders viel Wert?
Ganz klar: Holz! Die Wärme von Holz ist für mich durch nichts zu ersetzen. Ich liebe es außerdem, Altes mit Neuem zu kombinieren. Zum Beispiel haben wir vor Kurzem unsere Terrasse neu gemacht. Die alten Lärchenbretter habe ich nicht weggeworfen, sondern zum Tischler gebracht. Daraus hat er mir eine wunderschöne Rückwand für mein Wohnzimmer gemacht. Oder ein anderes Beispiel: Als wir 2021 unsere Ferienwohnung hergerichtet haben, ist mir ein alter Holzrahmen in die Hände gefallen, der in den 70er-Jahren bei einem Brand etwas angekohlt wurde. Das Holz hatte richtig Charakter. Ich habe ein dickes Seil darum gewickelt und hängende Lampen daraus gebaut. Ich finde es einfach schade, dass wir oft in einer so extremen Wegwerfgesellschaft leben. Die Materialien von früher hatten eine ganz andere Qualität und Seele. Wenn man das angreift, spürt man das sofort. Und für die gemütliche Wärme im Winter sorgt bei mir ein alter Tischherd.
Du hast also auch ein echtes Händchen für Interior Design und kreative Raumgestaltung …
Das liegt natürlich immer im Auge des Betrachters (lacht), aber ja – mir taugt das extrem! Räume zu gestalten, alte Elemente neu in Szene zu setzen und dem Ganzen eine persönliche Note zu geben, macht mir einfach riesigen Spaß.
Als Profisportlerin weiß man, dass die Karriere im Weltcup zeitlich begrenzt ist. Welche Rolle spielen für dich Themen wie private Vorsorge und Immobilien für den langfristigen Vermögensaufbau?
Eine sehr große Rolle. Für mich ist es extrem wichtig, sich breit aufzustellen, wenn man die Möglichkeit dazu hat, um für die Zukunft abgesichert zu sein. Ich bin jetzt keine klassische Finanzexpertin, aber für mich persönlich gilt: Ich brauche etwas Greifbares. Ein Grundstück, ein Stück Wald, eine Wiese oder eben eine Immobilie – alles, was man angreifen kann und einen realen Wert darstellt, hat für mich Bestand und wird auch in Zukunft eine Wertsteigerung haben.
Auf welche Kriterien achtest du besonders, wenn du in eine Immobilie investierst?
An erster Stelle steht ganz klar die Lage. Auch wenn ich selbst ein absoluter Landmensch bin und das Grüne liebe, habe ich beispielsweise auch in der Stadt investiert. Man muss da einfach strategisch und breit denken. In der Stadt sind kurze Wege, eine gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr und die Nähe zu Infrastruktur entscheidend. Aber das Wichtigste ist am Ende immer, dass man sich mit dem Investment wohlfühlt.
Um solche weitreichenden Entscheidungen zu treffen, braucht es das richtige Team an seiner Seite. Wie wichtig ist ein verlässlicher Partner für dich?
Enorm wichtig. Wenn man sich in der Materie selbst nicht perfekt auskennt, ist man ohne Profis komplett aufgeschmissen. Was ich an den Jungs von Long Living so schätze, ist ihre ehrliche, bodenständige Art. Es ist einfach wohltuend, wenn man mit jungen, aufrechten und extrem fleißigen Menschen arbeitet. Die hängen sich wirklich voll rein. Bei so wichtigen Zukunftsentscheidungen, wo es ja auch um viel Geld geht, braucht man einfach Menschen, denen man wirklich vertrauen kann.
Beim Downhill gehst du gezwungenermaßen ein hohes Risiko ein. Wie viel Risiko verträgt im Gegenteil dazu dein privates Geld – und nach welchen Kriterien entscheidest du dich für ein Investment?
(Lacht) Das ist eigentlich ganz witzig, weil meine persönliche Philosophie da sehr strikt ist: Ich verdiene mein Geld auf der Piste mit einem extrem risikoreichen Job. Genau deshalb will ich mein hart verdientes Geld privat absolut nicht risikoreich ausgeben. Beim Geldverdienen habe ich mein Risiko – beim Investieren will ich absolut „safe“ sein. Deshalb treffe ich in diesem Bereich auch keine Schnellschussaktionen. Im Sport lernt man zwar, extrem auf sein Bauchgefühl und sein Unterbewusstsein zu hören. Aber bei Immobilien geht es um die langfristige Zukunft und das eigene Portfolio. Da bin ich einfach froh, wenn ich Profis an meiner Seite habe, die mir klipp und klar sagen können, wo mein Geld sicher und gewinnbringend angelegt ist.
Du baust dir ja bereits neben dem Sport ein eigenes unternehmerisches Standbein auf. Was steht da in nächster Zeit an?
Genau, wir treiben das Thema Vermietung bei uns auf dem Bauernhof weiter voran. Ab dem kommenden Herbst/Winter bieten wir zusätzlich ein wunderschönes Tiny House als Ferienwohnung an, das wir gerade aktiv aufbauen. Und für die Zeit nach der aktiven Karriere habe ich auch schon viele Ideen im Kopf. Ich würde zum Beispiel unglaublich gerne meine langjährigen Erfahrungen im Sport an junge Nachwuchs-Rennläuferinnen und -Rennläufer weitergeben.
Bleiben wir gleich dabei: Welchen Rat würdest du jungen Menschen geben, wie man sich im Leben ein stabiles, sicheres Fundament schafft, sportlich wie privat?
Jede Karriere und jede Persönlichkeit ist so individuell, dass es kein Pauschalrezept gibt. Aber das Wichtigste ist: Wenn man sich für einen Weg entscheidet, dann muss man sich voll reinhauen und das auch wirklich leben. Man muss bereit sein, Prioritäten zu setzen, auch wenn in jungen Jahren oft andere Dinge verlockender oder gemütlicher wären. Und man sollte sich frühzeitig ein stabiles Fundament aufbauen – denn am Ende des Tages ist eine kluge Immobilie zum Glück deutlich leichter planbar als eine Karriere im Spitzensport!
